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Insolvenz – ist das was für mich?

Eine Insolvenz ist keine Katastrophe. Hier erfahren Sie, worin die Vor- und Nachteile liegen.

Prträt eines Mannes mit Maßband um den Hals hängend

Für Selbstständige sind Schulden an sich nichts Ungewöhnliches. Viele Investitionen wären ohne Kredite gar nicht möglich.

 

Schulden zu haben ist so lange kein Problem, wie die Raten regelmäßig getilgt werden können. Werden die Verbindlichkeiten aber jeden Monat mehr statt weniger, ist das kein gutes Zeichen. Möglicherweise ist das Unternehmen zahlungsunfähig. Dann kann ein Insolvenzverfahren ein Ausweg sein. 

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In diesem Ratgeber erfahren Sie, was ein Insolvenzverfahren überhaupt ist und für wen es eine gute Idee sein kann, den Insolvenzantrag zu stellen.

In den Ohren vieler Selbstständiger klingt das Wort Insolvenz erstmal schlimm. Sie verbinden damit das endgültige Aus ihres Lebenstraums und das Eingeständnis, auf ganzer Linie gescheitert zu sein. Das stimmt aber nicht! Eine Insolvenz bietet die Chance, alle Schulden loszuwerden und mit neuer Kraft und frischen Ideen einen erfolgreichen Neustart hinzulegen!

 

Was ist ein Insolvenzverfahren?

 

Ein Insolvenzverfahren ist ein gerichtlich überwachtes Verfahren zur Schuldenregulierung. 

 

Es hat zwei Ziele: 

  • An erster Stelle steht der Gläubigerschutz. Die Gläubiger*innen sollen nach Möglichkeit ihr Geld zurückbekommen, und zwar geordnet und gerecht. Also nicht nach dem Motto: Wer am lautesten schreit, bekommt zuerst.
  • Redlichen Schuldner*innen eröffnet ein Insolvenzverfahren die Chance auf eine Restschuldbefreiung und damit auf einen Neuanfang ohne Schulden. Redlich bedeutet, sich an alle Regeln zu halten und sich darum zu bemühen, seine Schulden zu begleichen.
     

Ab wann bin ich zahlungsunfähig und sollte über eine Insolvenz nachdenken?

Viele Selbstständige merken gar nicht, dass sie in die Zahlungsunfähigkeit rutschen. Sie halten sich auch dann noch für zahlungsfähig, wenn sie es schon längst nicht mehr sind. Eine Daumenregel besagt: Sollten Sie in den kommenden drei Wochen trotz geplanter Geldeingänge mehr als zehn Prozent Ihrer fälligen Rechnungen nicht bezahlen können, sind Sie wahrscheinlich zahlungsunfähig – das ist deutlich früher, als die meisten denken! 
 

Haben Sie es mit einem kurzfristigen und einmaligen Engpass zu tun, den Sie mit Ihrem Kontokorrent- oder Dispokredit überbrücken können, ist wahrscheinlich noch alles in Ordnung. Ist aber in naher Zukunft kein Zahlungseingang zu erwarten, mit dem Sie die restlichen 10 Prozent Ihrer Rechnungen bezahlen könnten, sind Sie unter Umständen bereits zahlungsunfähig. Bessert sich die Situation nicht oder spitzt sie sich sogar zu, sollten Sie schnell aktiv werden!

Sind Sie erst zahlungsunfähig, arbeitet nämlich die Zeit gegen Sie. Häufig beginnt eine Abwärtsspirale: Lieferanten weigern sich, auf Rechnung zu liefern und verlangen Vorkasse. Die Bank kündigt den Kredit. Zu den Schulden kommen Mahn- und Inkassogebühren. All das schmälert Ihre Liquidität zusätzlich und Ihre finanzielle Situation wird immer enger.

 

Viele Unternehmer*innen reagieren in einer solchen Situation mit der beliebten Vogel-Strauß-Strategie. Sie öffnen ihre Post nicht mehr, aus Angst vor neuen schlechten Nachrichten. Sie hören auf, sich um die Buchhaltung zu kümmern und verlieren so immer mehr die Übersicht. Vielleicht ist es bei Ihnen ähnlich. Dann möchten wir Sie ermuntern, Ihre Strategie zu ändern. Es ist nie zu spät, die Dinge anzupacken. Werden Sie aktiv, am besten noch heute.

 

Die gute Nachricht ist: Sie müssen sich dieser Aufgabe nicht allein stellen, und Sie sollten das auch gar nicht versuchen. Holen Sie sich Hilfe, dann geht es einfacher. Es gibt zahlreiche Beratungsangebote für krisengebeutelte Unternehmer*innen, viele von ihnen sind sogar kostenlos. 
 

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Wir haben in unseren FAQ eine Liste mit Links und Adressen von anerkannten Schuldenberatungsstellen in Hamburg für Sie zusammengestellt.

Wenn Sie aus Hamburg sind, können wir bei InStart Ihnen helfen, Ihre finanzielle Situation in den Griff zu bekommen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Rufen Sie unsere Hotline an (Tel. 040- 52 474 1818, montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr) oder vereinbaren Sie einen Termin. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und unbürokratisch. Gemeinsam besprechen wir in Ruhe, wie Ihr Weg aus der Krise aussehen kann.

 

quote

Meine Geschäfte laufen schlecht. Ich habe kaum noch Umsätze, aber einen riesigen Schuldenberg. Was kann ich tun?

Vorname, Name, Unternehmung

Insolvenz anmelden – eine gute Idee für mein Unternehmen?

 

Eine mögliche Lösung könnte für Sie darin bestehen, den Insolvenzantrag zu stellen. Dann wird das zuständige Gericht ein Insolvenzverfahren eröffnen, um die Interessen Ihrer Gläubiger*innen zu befriedigen und um Ihnen einen schuldenfreien Neubeginn zu ermöglichen.

 

Während des Verfahrens wird Ihr pfändbares Vermögen verwertet und zusammen mit dem pfändbaren Anteil Ihres Einkommens unter Ihren Gläubiger*innen verteilt. Nach drei Jahren werden die restlichen Schulden gelöscht – unabhängig von ihrer Höhe. Selbst wenn im Laufe der Insolvenz kein einziger Cent an Ihre Gläubiger*innen gegangen sein sollte, weil Sie kein Vermögen besitzen und Sie trotz aller Bemühungen kein pfändbares Einkommen erzielt haben, werden Sie von Ihren Schulden befreit. Es kommt nur darauf an, dass Sie sich redlich darum bemüht haben.

 

Mache ich mich strafbar, wenn ich nicht Insolvenz anmelde?

 

In bestimmten Fällen haben Sie gar keine Wahl. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, Insolvenz anzumelden, wenn Ihr Unternehmen zahlungsunfähig wird. Das ist der Fall, wenn Sie Geschäftsführer*in einer GmbH oder UG sind und nicht mit Ihrem privaten Vermögen für die Schulden des Betriebs haften.  Stellen Sie dann den Insolvenzantrag nicht oder zu spät, begehen Sie womöglich die Straftat der Insolvenzverschleppung.

 

Sind Sie hingegen Freiberufler*in, Einzelunternehmer*in oder persönlich haftende Gesellschafter*in einer Personengesellschaft (etwa einer GbR), gilt die Insolvenzantragspflicht für Sie nicht. Dann können Sie abwägen, ob ein Insolvenzverfahren für Sie das Richtige ist. Es gibt gute Gründe für die Insolvenz – aber nicht für alle ist sie der beste Weg aus den Schulden.

 

Untätig bleiben sollten Sie in keinem Fall, wenn Sie merken, dass Ihr Unternehmen zahlungsunfähig ist oder zu werden droht. Erstens geraten Sie sonst immer tiefer in den Schuldenstrudel und zweitens machen Sie womöglich strafbar, auch wenn Sie keine Insolvenzverschleppung begehen. Es ist nämlich nicht erlaubt, Verbindlichkeiten einzugehen, von denen man weiß, dass man sie nicht erfüllen kann.

Vorteile einer Insolvenz

Das spricht dafür

 

 

Eine Insolvenz ist kein Weltuntergang. Im Gegenteil: Sie ist eine Chance, Ihr Unternehmen oder Ihre Selbstständigkeit zu retten. Und häufig wird sie von den Betroffenen als Entlastung empfunden. Endlich wissen sie wieder, was zu tun ist, sie können mit ihrem Geld planen und haben die Aussicht auf einen Neustart. Diese Vorteile bringt ein Insolvenzverfahren mit sich:

Nachteile einer Insolvenz

Warum es manchmal klüger ist, den Antrag nicht zu stellen

 

Die Insolvenz kann ein Weg aus der Krise sein, ein Spaziergang ist sie aber nicht: Sie werden in Ihrer (unternehmerischen) Selbstbestimmung eingeschränkt, müssen Ihre Vermögensverhältnisse komplett offenlegen und sich strikt an die Regeln halten. Darauf sollten Sie sich einstellen, wenn Sie einen Insolvenzantrag stellen: 

Fazit 

Insolvenz anmelden als
Selbstständige*r – ja oder nein?

 

Ob ein Insolvenzverfahren das Richtige für Sie ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab und lässt sich pauschal nicht beurteilen. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass eine Insolvenz nur dann sinnvoll ist, wenn Ihre Einkünfte so gering und Ihre Schulden so hoch sind, dass Sie sie innerhalb der nächsten drei Jahre nicht abbezahlen können. Darüber hinaus spielen aber noch weitere Punkte eine Rolle, etwa ob Sie verwertbares Vermögen besitzen, ob Sie in der Vergangenheit Schenkungen vorgenommen haben oder ob es Gründe gibt, Ihnen die Restschuldbefreiung zu versagen. 
 

Lassen Sie sich unbedingt von Fachleuten beraten, bevor Sie den Insolvenzantrag stellen. Als Alternative zur Insolvenz bleibt Ihnen die außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubiger*innen. Die Erfahrung zeigt: Wenn Sie sich dabei von einer Schuldnerberatung oder einer Anwaltskanzlei helfen lassen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Gläubiger*innen sich auf Ihre Vorschläge einlassen. 
 

Für welche Art der Schuldenbereinigung Sie sich auch entscheiden, Sie werden unterwegs wichtige Erfahrungen sammeln, die Ihnen bei Ihrer weiteren Karriere von großem Nutzen sein können. Hören Sie auf, sich wegen Ihrer Schuldensituation Vorwürfe zu machen. Ja, vielleicht haben Sie die eine oder andere falsche Entscheidung getroffen. Wir alle machen Fehler. Wichtig ist, wie wir damit umgehen. Wenn Sie bereit sind, Ihren Teil der Verantwortung an Ihrer wirtschaftlichen Krise anzunehmen und aus Ihren Fehlern zu lernen, ist das schon mehr als die halbe Miete. 
 

Auch wenn es nicht leichtfällt: Betrachten Sie Ihre derzeitige Situation als ein besonderes “Lernangebot”, das das Leben für Sie bereithält. Wenn Sie es geschafft haben, sich von Ihren Schulden zu befreien und wieder auf eigenständigen Füßen zu stehen (sei es in der Selbstständigkeit oder im Rahmen einer Festanstellung), werden Sie sehr viel umsichtiger mit Ihren Finanzen umgehen und klügere Entscheidungen treffen. Sie sind dann top vorbereitet für den (unternehmerischen) Neuanfang und besser auf die Herausforderungen des (Unternehmer-) Lebens vorbereitet als je zuvor. 

Sie haben noch mehr Fragen?

Sprechen Sie mit unseren Berater*innen über Ihre Situation, um zu klären, wie Sie aus der Krise kommen und was die nächsten Schritte sind.

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bhp